Verkäufer werden ist nicht schwer, Verkäufer sein umso mehr. Der Berufsstand, der uns die Kaufentscheidung erleichtern und Begehrlichkeiten wecken soll, steht nicht immer in dem besten Ruf.
Den Ruf eines Autoverkäufers beispielsweise kann man vielleicht am besten mit dem eines Animateurs im Cluburlaub vergleichen – permanent präsent, irgendwie nervig und egal, welchen Zickzackkurs man wählt, man kommt nicht an ihm vorbei. Die Wurstfachverkäuferin hinter der Theke hingegen wird kaum als Verkäuferin wahrgenommen. Ihre beratende Funktion hält sich im Normalfall in Grenzen, denn der Kopf der Kundin/des Kunden ist meist schon beim Schreiben des Einkaufszettels zerbrochen und so geht es an der Theke nur noch darum, das Gewünschte einzupacken. Heikel lediglich die Frage nach der Frische, die im Sinne des Geschäfts natürlich grundsätzlich mit „ja“ zu beantworten ist, die jedoch aus versicherungstechnischen Gründen mit findigen Formulierungen den tatsächlichen Zustand des Fleischs darstellen soll ohne dass darin Worte wie „schlecht“, „übel riechend“ oder „sofort zu verzehren“ vorkommen. Gern genommene Empfehlung: „Braten Sie es gut durch! Dann kommt der Geschmack zur vollen Entfaltung.“
Vorraussetzung für den Beruf des Verkäufers ist auch die Identifikation mit der Marke respektive der Ware. Nur wer vermeintlich weiß, wie toll sich die Jeans tatsächlich trägt, das Auto sich fährt, die Waschmaschine wäscht, nur der kann seinen Kunden die Qualität glaubhaft vermitteln. Entsprechend hat der Verkäufer selbst, dessen Frau oder ein anderer Verwandter das Produkt schon lang im Besitz und seither ein besseres Leben – natürlich!
Grundsätzlich scheint dies jedoch bei Einigen dazu zu führen, dass sie sich mit ihren Kunden verwechseln. Besonders gut zu beobachten ist dies beispielsweise in den Boutiquen am Hamburger Jungfernstieg. Wenn man ein solches Geschäft, dass schon im Schaufenster die Waren nicht mehr auspreist, betritt, wird man erst einmal einer gründlichen Musterung unterzogen. Die Verkäuferin seziert den potenziellen Kunden, um herauszufinden, ob sich der Aufwand, hinter dem Tresen hervorzutreten, lohnt. Lohnt es sich in ihren Augen, hat man als Kunde zu meist ein sehr zuvorkommendes Wesen an seiner Seite, das einem permanent das Gefühl vermittelt auch noch in neongelb toll auszusehen. Natürlich weiß dieses Wesen auch, dass Frau X etwas Ähnliches auf der Eröffnungsfeier von Y tragen wird.
Am Ende des Tages fährt die Kundin allerdings wieder nach Othmarschen in ihre Villa, während die Verkäuferin die U-Bahn Richtung Wandsbek nimmt, um ihre Ein-Zimmer-Wohnung aufzuschließen.
Sympathie, Empathie und Geduld sollten das Wesen eines Verkäufers sein – möchte man meinen. Provisionen, Umsatzdruck, Unterbesetzung und Chefs, die sich permanent am existenziellen Abgrund sehen, verhindern leider oftmals, dass diese Qualitäten zur Geltung kommen. Ich persönlich erinnere mich noch gut daran, wie eine Kundin in mitleidig-ungeduldigem Ton zu mir sagte: „ Ist schon gut, ich habe mich doch schon entschlossen, den Blazer zu nehmen.“ Während des Verkaufsgesprächs war ich bereits zweimal ans Telefon gerufen worden, um meine Zahlen vor der Chefin zu rechtfertigen. Die Verzweiflung schien mir ins Gesicht geschrieben.
Besonders hässlich wird es jedoch für den Käufer, wenn der Verkäufer eine Ware anbietet, die wie „geschnitten Brot“ geht und sich dennoch in einer Preisklasse befindet, die nur nach reiflichen Überlegungen eine entsprechende Kaufentscheidung ermöglicht.
So geschehen am Freitag im Autohaus K. in Hamburg. Als Suchender gewohnt, dass sich der Verkäufer mit den speziellen Wünschen auseinandersetzt und sich bereit zeigt, einem in der einen oder anderen Sache entgegen zu kommen, trifft man vor Ort auf Herrn P.. Herr P. hat laut Internet am vorigen Tage 6 Jahreswagen der Marke V. hereinbekommen, die preislich endlich unter dem persönlich gesetzten Limit liegen. Als man sich, 24 Stunden nach Eintreffen der Wagen, auf dem Hof umsieht, wird klar, dass wir froh sein können, dass überhaupt noch drei Wagen zum Verkauf stehen.
Entsprechend verhält sich der Auftritt des Herrn P. Schnell wird deutlich, dass er es nicht nötig hat, dem Kunden das Gefühl einer Win-Win-Situation zu verschaffen. Herr P. gewinnt ja sowieso, denn wenn der eine Kunde nicht will – der nächste steht schon hinter diesem. Entsprechend werden Einwände weggewischt, Reservierung und Bedenkzeit sind keine Option und gezahlt wird, was auf dem Schild steht – Punkt.
Deal or no Deal, fragt Herr P.? Widerwillig, dennoch: Deal! Aber was lehrt uns das?
Verkäufer werden ist nicht schwer, Verkäufer sein umso mehr, Herr P.
Sonst verkauft sich ihr Ruf ungefähr so: Tolles Auto, aber der Verkäufer, der geht gar nicht! Es soll Kreise geben, denen das wichtig ist.
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Montag, März 26, 2007
Samstag, März 10, 2007
Wie und mit welchen Mitteln entsteht bei Dir/Ihnen ein neuer Blogeintrag
Herrn Ivalo habe ich diesen Stock zu verdanken. Der erste, der mich direkt trifft. Und ich habe gar keine Ahnung, wie er auf mich kommt.... ;-)
Das „Wie“: Augen auf, Ohren auf und neugierig bleiben – so lautet wohl die Devise eines jeden Bloggers.
Die „schafswelt“ sollte eigentlich nur dazu dienen, den räumlich weiter entfernt lebenden Lieben hin und wieder ein Lebenszeichen jenseits des Telefons und des Reisens zu liefern.
Schnell entdeckte ich jedoch meine alte Liebe zum Schreiben und zum Klugscheißen neu und so gerieten auch Themen jenseits meines Lebens ins Visier.
Web 2.0 dient dabei nur in dritter Linie als Quelle. In zweiter Linie beziehe ich meine Inspiration aus Magazinen und Zeitschriften, deren Haltbarkeitsdatum beim Lesen zumeist schon seit einigen Wochen, manchmal Monaten, abgelaufen ist. Der Vorteil ist, dass man sich nicht von Aktualität leiten lässt, sondern von Themen, die uns wie ein roter Faden begleiten.
Erlebtes, Gespräche und Diskussionen, manchmal nur eine in einem Nebensatz gefallene Bemerkung, lösen aber am ehesten einen Eintrag aus. Dieser wird jedoch nicht sofort in das Notebook gehämmert. Ich spüre ein Thema, laufe einige Tage damit rum, bilde im Geist einzelne Sätze, füge sie zu Absätzen zusammen und wenn die Zeit reif ist, beginne ich zu schreiben und, so denn es notwendig ist, zu recherchieren. Auf diese Weise erkenne ich, ob mich die Thematik oder das Geschehene tatsächlich fesselt oder ob es nur in dem Moment interessant erschien.
Das erklärt vielleicht auch so manch unschöne Pause in meinem Blog, doch mir ist Qualität wichtiger als Quantität – ob ich diesem Anspruch gerecht werde, obliegt jedoch anderen, zu beurteilen. Ich halte es da mit meiner zukünftigen Grabinschrift: Sie hat sich stets bemüht.
Das „mit welchen Mitteln“: Dies ist schon schwieriger zu beantworten. Als ich einige Einträge von Stockempfängern las, insbesondere den, von dem dieses Geschoss entwickelt wurde, bekam ich einen Eindruck davon, was für ein Glück es überhaupt ist, bloggen zu können. RSS-Feed, Wordpress und vieles mehr sind für mich böhmische Dörfer. Ich persönlich freue mich ja schon, wenn ich einen Link fehlerfrei setze.
Als ich vor kurzem meinen Blog an die nun fertig gestellte Betaversion von blogger.com angepasst habe, hat es mich fast zerrissen. Es brauchte Stunden, zu verstehen, umzubauen und anzupassen. Am Ende ist die Betaversion in vielen Bereichen tatsächlich leichter zu Händeln, da man nicht mehr für jede Kleinigkeit in die HTML-Vorlage eingreifen muss, aber einem kommen natürlich auch ein paar Vorteile, wie der hübsche Rahmen um die Fotos im Sidebar, abhanden. Ich gestehe jedoch, dass ich ohne Freunde mit dem richtigen Wissen niemals Fotos im Sidebar gehabt hätte.
Mein Mittel ist neben blogger.com der Klassiker „Word“. Ich schreibe darin, speichere meine Entwürfe in entsprechenden Ordnern und kopiere fertige Einträge einfach rein. Vor kurzem war ich gezwungen, die Entwürfe direkt bei blogger.com zu speichern, stellte dann aber zu meinem Bedauern fest, dass die Entwürfe datiert werden und die Einträge bei der Veröffentlichung das Datum des Entwurfs und nicht das der Veröffentlichung trugen. Also warten, bis man wieder zu Hause ist und zurück zur alten Schule. Doch kann es auch ein Vorteil sein, nicht alles gleich unter die Leute bringen zu können.
Ich reiche dieses Stöckchen weiter an Markus Quint, in der Hoffnung, dass er es liest und seine von mir eher erahnte denn gewusste Abneigung gegen Stöckchen aufgibt, um uns in sein Geheimnis des quantitativ und qualitativ absolut hochwertigen Bloggens einzuweihen. Denn das ist doch nicht normal für einen Blogger…:-)
Des Weiteren streue ich es noch an den Burnster, in dem Wissen, dass das Wandeln am Abgrund natürlich auch das Geheimnisvolle braucht, ich dennoch hoffe, dass er den Vorhang ein klein wenig öffnet und an den Waschsalon.
Das „Wie“: Augen auf, Ohren auf und neugierig bleiben – so lautet wohl die Devise eines jeden Bloggers.
Die „schafswelt“ sollte eigentlich nur dazu dienen, den räumlich weiter entfernt lebenden Lieben hin und wieder ein Lebenszeichen jenseits des Telefons und des Reisens zu liefern.
Schnell entdeckte ich jedoch meine alte Liebe zum Schreiben und zum Klugscheißen neu und so gerieten auch Themen jenseits meines Lebens ins Visier.
Web 2.0 dient dabei nur in dritter Linie als Quelle. In zweiter Linie beziehe ich meine Inspiration aus Magazinen und Zeitschriften, deren Haltbarkeitsdatum beim Lesen zumeist schon seit einigen Wochen, manchmal Monaten, abgelaufen ist. Der Vorteil ist, dass man sich nicht von Aktualität leiten lässt, sondern von Themen, die uns wie ein roter Faden begleiten.
Erlebtes, Gespräche und Diskussionen, manchmal nur eine in einem Nebensatz gefallene Bemerkung, lösen aber am ehesten einen Eintrag aus. Dieser wird jedoch nicht sofort in das Notebook gehämmert. Ich spüre ein Thema, laufe einige Tage damit rum, bilde im Geist einzelne Sätze, füge sie zu Absätzen zusammen und wenn die Zeit reif ist, beginne ich zu schreiben und, so denn es notwendig ist, zu recherchieren. Auf diese Weise erkenne ich, ob mich die Thematik oder das Geschehene tatsächlich fesselt oder ob es nur in dem Moment interessant erschien.
Das erklärt vielleicht auch so manch unschöne Pause in meinem Blog, doch mir ist Qualität wichtiger als Quantität – ob ich diesem Anspruch gerecht werde, obliegt jedoch anderen, zu beurteilen. Ich halte es da mit meiner zukünftigen Grabinschrift: Sie hat sich stets bemüht.
Das „mit welchen Mitteln“: Dies ist schon schwieriger zu beantworten. Als ich einige Einträge von Stockempfängern las, insbesondere den, von dem dieses Geschoss entwickelt wurde, bekam ich einen Eindruck davon, was für ein Glück es überhaupt ist, bloggen zu können. RSS-Feed, Wordpress und vieles mehr sind für mich böhmische Dörfer. Ich persönlich freue mich ja schon, wenn ich einen Link fehlerfrei setze.
Als ich vor kurzem meinen Blog an die nun fertig gestellte Betaversion von blogger.com angepasst habe, hat es mich fast zerrissen. Es brauchte Stunden, zu verstehen, umzubauen und anzupassen. Am Ende ist die Betaversion in vielen Bereichen tatsächlich leichter zu Händeln, da man nicht mehr für jede Kleinigkeit in die HTML-Vorlage eingreifen muss, aber einem kommen natürlich auch ein paar Vorteile, wie der hübsche Rahmen um die Fotos im Sidebar, abhanden. Ich gestehe jedoch, dass ich ohne Freunde mit dem richtigen Wissen niemals Fotos im Sidebar gehabt hätte.
Mein Mittel ist neben blogger.com der Klassiker „Word“. Ich schreibe darin, speichere meine Entwürfe in entsprechenden Ordnern und kopiere fertige Einträge einfach rein. Vor kurzem war ich gezwungen, die Entwürfe direkt bei blogger.com zu speichern, stellte dann aber zu meinem Bedauern fest, dass die Entwürfe datiert werden und die Einträge bei der Veröffentlichung das Datum des Entwurfs und nicht das der Veröffentlichung trugen. Also warten, bis man wieder zu Hause ist und zurück zur alten Schule. Doch kann es auch ein Vorteil sein, nicht alles gleich unter die Leute bringen zu können.
Ich reiche dieses Stöckchen weiter an Markus Quint, in der Hoffnung, dass er es liest und seine von mir eher erahnte denn gewusste Abneigung gegen Stöckchen aufgibt, um uns in sein Geheimnis des quantitativ und qualitativ absolut hochwertigen Bloggens einzuweihen. Denn das ist doch nicht normal für einen Blogger…:-)
Des Weiteren streue ich es noch an den Burnster, in dem Wissen, dass das Wandeln am Abgrund natürlich auch das Geheimnisvolle braucht, ich dennoch hoffe, dass er den Vorhang ein klein wenig öffnet und an den Waschsalon.
Mittwoch, Februar 14, 2007
Ein Grund zum Traurig sein
Lange habe ich meine Blogroll links liegen lassen - wie meinen Blog eben. Doch in den angebrochenen Stunden einsamen Daseins habe ich mich alter "Bekannter" erinnert und musste leider feststellen, dass sie nicht mehr vollzählig sind.
Oh behave fand es Ende Januar an der Zeit zu gehen, zog den Vorhang zu und legte den Stift beiseite. Passenderweise ging er den Abschieden aus dem Weg, deaktivierte die Kommentarfunktion und ließ sicher nicht nur mich verblüfft zurück.
Einer weniger, mit dem man lachen konnte, besonders über sein "Idiom of the week". Einer weniger, mit dem das (mit)teilen des Alltags, der "richtigen" Musik oder dem umstrittenen Film immer wieder eine Freude war.
Einer weniger.
Oh behave fand es Ende Januar an der Zeit zu gehen, zog den Vorhang zu und legte den Stift beiseite. Passenderweise ging er den Abschieden aus dem Weg, deaktivierte die Kommentarfunktion und ließ sicher nicht nur mich verblüfft zurück.
Einer weniger, mit dem man lachen konnte, besonders über sein "Idiom of the week". Einer weniger, mit dem das (mit)teilen des Alltags, der "richtigen" Musik oder dem umstrittenen Film immer wieder eine Freude war.
Einer weniger.
Sonntag, Dezember 10, 2006
15 Lebensweisheiten, die wir von Hunden lernen können

1. Lass niemals die Gelegenheit für eine Vergnügungstour aus.
2. Labe Dich an den Segnungen von frischer Luft und etwas Wind im Gesicht.
3. Wenn deine Lieben nach Hause kommen, renne, um sie zu begrüßen.
4. Wenn es dir nützt, zeige Gehorsam.
5. Lass andere wissen, wenn sie dein Territorium verletzt haben.
6. Mache regelmäßige Nickerchen und streck dich, bevor du aufstehst.
7. Renne, tolle und spiele täglich.
8. Esse mit Appetit und Enthusiasmus.
9. Sei loyal.
10. Wenn das, was du willst, verborgen ist, buddle es aus.
11. Wenn jemand einen schlechten Tag hat, sei in der Nähe, aber halt die Klappe.
12. Sorge für Aufmerksamkeit und bleib mit wichtigen Menschen in Kontakt.
13. Beiße nicht, wenn bellen reicht.
14. Wenn du glücklich bist, zeig es.
15. Egal, wie oft du ausgeschimpft wirst, schmoll nicht, sondern bleib ein Freund.
Gefunden beim waschsalon
Freitag, Oktober 27, 2006
Seit einem Jahr dabei
Zum einjährigen Bestehen dieser Seite habe ich mich doch einfach mal selbst eingeladen und darf stolz darauf sein, einer der Letzten zu sein, die sich zu leGour in die Küche setzen und ein wenig plaudern durften.Herzlichen Dank dafür, Herr leGour, es war mir ein echtes Vergnügen mit Ihnen zu plaudern, ebenso wie es Spaß gemacht hat, auch den anderen Gesprächen zu lauschen.
Ich hoffe, das Sie uns auf die eine oder andere Art erhalten bleiben.
Alles Gute und lassen Sie trotzdem etwas von sich hören.
Donnerstag, Oktober 05, 2006
Zwischenraum
Manchmal fragte sie sich, warum sie sich nicht dafür bezahlen ließ.
Sie lag, noch immer nackt, auf dem Sofa und hielt ihre Augen geschlossen. Ihre üppigen Brüste wurden von der Schwerkraft in ihre Achselhöhlen gezogen, ihr Bauch wölbte sich wie der gekrümmte Rücken eines Wales, der die Wasseroberfläche zum Luftholen durchbrach. Ihre schweren Beine hatte sie über die Rückenlehne gelegt, so dass ein leichter Luftzug ihre noch feuchte Scham streifen konnte.
Sie hörte, wie Hengst27 den Reißverschluss seiner Hose hochzog und die Jacke vom Sessel nahm.
„Okay, ich geh dann mal.“
Sie hob nur leicht die Hand und entließ ihn mit einem zustimmenden Laut. Für ein Wort reichte es nicht.
Er druckste noch einen Moment herum, dann: „Nichts für ungut. Man sieht sich!“
Die Tür fiel ins Schloss.
Leena wurde wieder unsichtbar. Sie öffnete die Augen. Ihre Welt breitete sich vor ihr aus, noch befremdet durch den zurückgelassenen Duft, doch es war wieder die ihre. Das kräftige Rot ihrer Wände, die um die Anlage verstreuten Plattenstapel, die auf kleinen Beistelltischen stehenden Pflanzen, die bunten Kissen, die auf den Sesseln lagen, die überall herumliegenden Bücher, die rätselhaften Bilder von sterbenden Tieren an den Wänden.
Sie brauchte nur noch ein Fenster zu öffnen und er würde entlassen sein, würde sich zu den anderen Unsichtbaren gesellen, die in ihrem Adressbuch nur als Beweis ihrer eigenen Sichtbarkeit konserviert wurden. Wiedersehen würde sie ihn nicht, genauso wie sie all die anderen nie wiedergesehen hat.
Sie sperrte sie, sobald sie das Haus verlassen hatten.
Sie wollte es so. Sollte sie je lieben, sollte es nicht auf diese Weise angefangen haben.
David hatte einmal gesagt, sie hätte eine alte Seele.
Sie hatte sich in dem Moment noch nackter gefühlt, als sie eh schon war. Er hatte vor ihr gesessen, sein Geschlecht zwischen ihnen. Er hatte sie an den Händen gehalten und sie nur angesehen.
Schon als sie ihm damals die Tür geöffnet hatte, ahnte sie, dass dieses Treffen anders verlaufen würde.
Kurz wollte sie ihrem Instinkt folgen und die Tür schließen – ohne ihn hereingelassen zu haben. Ihre anerzogene Höflichkeit, aber auch ihre Lust hinderten sie daran.
Und nun saß sie da, fiel in seine Augen und hätte weinen mögen, weil sie wusste, dass er der Eine hätte sein können. Das sich alles auf eine bestimmte Weise richtig anfühlte – authentisch.
Es war gar nicht sosehr was er sagte. Vielmehr war es die Art, wie er sie berührte - wie er sie ansah. Er hatte vor ihr gesessen und ihr einen Blick gestattet – in sein Herz, in seine Seele - einfach so, ohne Ansprüche zu stellen, ohne etwas zu verlangen. Sie schien für ihn in diesem Moment die Zeit zu sein. Und doch, sie hatte ihre Regeln. Sie wollte nicht so beginnen, sie wollte nicht in die Falle tappen. Wollte nicht diese Momente mit Gefühl verwechseln und eine von jenen erbärmlichen Frauen sein, die nicht wussten, wann man aufhören muss.
Als er hatte gehen müssen, tat sie so als schliefe sie. Am Ende hatte sie ihn ausgeschlossen, wie sie all die anderen ausschloss.
Sie stand auf, ging hinüber zu einem der Fenster und schaute hinaus. Die einfallende Sonne wärmte ihre Haut. Sie strich sich über ihre ausladenden Hüften, spürte den weichen Konturen ihres Körpers nach. Hengst27 verließ sie, lief an ihren Beinen hinunter, verging.
Sie öffnete das Fenster, zog sich etwas über und setzte sich an ihren Arbeitstisch.
Schon als sie ihm die Tür geöffnet hatte, hatte sie gewusst, was er sein würde. Sie begann das vor ihr liegende Holzbrett zu grundieren und während sie im Geist immer und immer wieder den Berührungen, den Bewegungen und den Säften nachging, ihm noch einmal gestattete, von ihr Besitz zu ergreifen, mischte sie Farben, trug Schicht um Schicht auf, ließ ihn Gestalt werden, ließ sich selbst Gestalt werden.
Am Ende stellte sie den letzten Pinsel in das Wasserglas, griff nach dem Laptop, öffnete ihn.
Sie prüfte ihre Emails – offensichtlich hatte Hengst27 doch noch etwas zu sagen. Sie löschte die Mail – ungelesen, verweigerte ihm weiteren Zugang zu ihr und klappte den Laptop wieder zu.
Vor ihr auf dem Tisch lag das fertige Bild.
Ein Fisch ist es geworden, am Strand liegend, die Wellen lecken noch an seinem Schwanz, seine Kiemen sind weit geöffnet, das Maul schnappt nach Luft. Das Schillern seiner Schuppen scheint schon zu vergehen.
Von David hatte sie kein Bild gemalt. Ihn hatte sie nicht sterben sehen können.
Sie lag, noch immer nackt, auf dem Sofa und hielt ihre Augen geschlossen. Ihre üppigen Brüste wurden von der Schwerkraft in ihre Achselhöhlen gezogen, ihr Bauch wölbte sich wie der gekrümmte Rücken eines Wales, der die Wasseroberfläche zum Luftholen durchbrach. Ihre schweren Beine hatte sie über die Rückenlehne gelegt, so dass ein leichter Luftzug ihre noch feuchte Scham streifen konnte.
Sie hörte, wie Hengst27 den Reißverschluss seiner Hose hochzog und die Jacke vom Sessel nahm.
„Okay, ich geh dann mal.“
Sie hob nur leicht die Hand und entließ ihn mit einem zustimmenden Laut. Für ein Wort reichte es nicht.
Er druckste noch einen Moment herum, dann: „Nichts für ungut. Man sieht sich!“
Die Tür fiel ins Schloss.
Leena wurde wieder unsichtbar. Sie öffnete die Augen. Ihre Welt breitete sich vor ihr aus, noch befremdet durch den zurückgelassenen Duft, doch es war wieder die ihre. Das kräftige Rot ihrer Wände, die um die Anlage verstreuten Plattenstapel, die auf kleinen Beistelltischen stehenden Pflanzen, die bunten Kissen, die auf den Sesseln lagen, die überall herumliegenden Bücher, die rätselhaften Bilder von sterbenden Tieren an den Wänden.
Sie brauchte nur noch ein Fenster zu öffnen und er würde entlassen sein, würde sich zu den anderen Unsichtbaren gesellen, die in ihrem Adressbuch nur als Beweis ihrer eigenen Sichtbarkeit konserviert wurden. Wiedersehen würde sie ihn nicht, genauso wie sie all die anderen nie wiedergesehen hat.
Sie sperrte sie, sobald sie das Haus verlassen hatten.
Sie wollte es so. Sollte sie je lieben, sollte es nicht auf diese Weise angefangen haben.
David hatte einmal gesagt, sie hätte eine alte Seele.
Sie hatte sich in dem Moment noch nackter gefühlt, als sie eh schon war. Er hatte vor ihr gesessen, sein Geschlecht zwischen ihnen. Er hatte sie an den Händen gehalten und sie nur angesehen.
Schon als sie ihm damals die Tür geöffnet hatte, ahnte sie, dass dieses Treffen anders verlaufen würde.
Kurz wollte sie ihrem Instinkt folgen und die Tür schließen – ohne ihn hereingelassen zu haben. Ihre anerzogene Höflichkeit, aber auch ihre Lust hinderten sie daran.
Und nun saß sie da, fiel in seine Augen und hätte weinen mögen, weil sie wusste, dass er der Eine hätte sein können. Das sich alles auf eine bestimmte Weise richtig anfühlte – authentisch.
Es war gar nicht sosehr was er sagte. Vielmehr war es die Art, wie er sie berührte - wie er sie ansah. Er hatte vor ihr gesessen und ihr einen Blick gestattet – in sein Herz, in seine Seele - einfach so, ohne Ansprüche zu stellen, ohne etwas zu verlangen. Sie schien für ihn in diesem Moment die Zeit zu sein. Und doch, sie hatte ihre Regeln. Sie wollte nicht so beginnen, sie wollte nicht in die Falle tappen. Wollte nicht diese Momente mit Gefühl verwechseln und eine von jenen erbärmlichen Frauen sein, die nicht wussten, wann man aufhören muss.
Als er hatte gehen müssen, tat sie so als schliefe sie. Am Ende hatte sie ihn ausgeschlossen, wie sie all die anderen ausschloss.
Sie stand auf, ging hinüber zu einem der Fenster und schaute hinaus. Die einfallende Sonne wärmte ihre Haut. Sie strich sich über ihre ausladenden Hüften, spürte den weichen Konturen ihres Körpers nach. Hengst27 verließ sie, lief an ihren Beinen hinunter, verging.
Sie öffnete das Fenster, zog sich etwas über und setzte sich an ihren Arbeitstisch.
Schon als sie ihm die Tür geöffnet hatte, hatte sie gewusst, was er sein würde. Sie begann das vor ihr liegende Holzbrett zu grundieren und während sie im Geist immer und immer wieder den Berührungen, den Bewegungen und den Säften nachging, ihm noch einmal gestattete, von ihr Besitz zu ergreifen, mischte sie Farben, trug Schicht um Schicht auf, ließ ihn Gestalt werden, ließ sich selbst Gestalt werden.
Am Ende stellte sie den letzten Pinsel in das Wasserglas, griff nach dem Laptop, öffnete ihn.
Sie prüfte ihre Emails – offensichtlich hatte Hengst27 doch noch etwas zu sagen. Sie löschte die Mail – ungelesen, verweigerte ihm weiteren Zugang zu ihr und klappte den Laptop wieder zu.
Vor ihr auf dem Tisch lag das fertige Bild.
Ein Fisch ist es geworden, am Strand liegend, die Wellen lecken noch an seinem Schwanz, seine Kiemen sind weit geöffnet, das Maul schnappt nach Luft. Das Schillern seiner Schuppen scheint schon zu vergehen.
Von David hatte sie kein Bild gemalt. Ihn hatte sie nicht sterben sehen können.
Labels:
Hirnschmalz,
Passt in keine Schublade
Freitag, September 29, 2006
Ich bin noch da
Ein Stöckchen als Lebenszeichen. Mehr ist zur Zeit leider nicht drin.
Einen One-Night-Stand gehabt – Nicht nur einen.
Für Sex bezahlt oder bezahlt worden – Sicher nicht
Sich über das Internet verliebt – Abgelegt unter „Erfahrungen“.
Sich nackt vor Fremden gezeigt – Bleibt nicht aus, wenn man sich nach dem Schwimmen gründlich duschen möchte.
Den nackten Hintern fotokopiert – Es gab bisher keine Gelegenheit.
Heimlich im Schwimmbad nackt gebadet – es wurde unheimlich, als trotz WM-Finals, welches wird nicht verraten, plötzlich sechs Jungs, offensichtlich mit der gleichen Intention, auftauchten und unsere Kleidung an sich nahmen.
Einen Striptease vorgeführt – Meine Talente liegen woanders
Ich liebe Dich gesagt und so gemeint – Immer wieder.
Candlelight-Dinner mit einem lieben Menschen gehabt – Das war nur dem lieben Menschen zu verdanken, mit dem ich es hatte.
Eine Tabledance-Bar besucht – Nein, und das wird sicher auch so schnell passieren, denn Neid ist so ein hässliches Gefühl.
Geheiratet – Nein, aus Überzeugung nicht!
Ein Haus oder eine Wohnung gekauft – Ja.
Einen Baum gepflanzt – Im Alter von acht Jahren, gemeinsam mit der Schwester. 10 Jahre später entsprachen die Bäume jeweils unserem Äußeren. Ihrer war hoch und schmal, meiner deutlich kürzer und eher füllig.
Kinder gezeugt oder bekommen - Nein
Geschieden worden – Setzt eine Ehe voraus und beinhaltet gleichzeitig das Argument gegen die Ehe.
Eine Affäre gehabt - Ja
Im Regen geküsst - Bestimmt
Im Regen getanzt – Ist noch nicht so lange her.
Heimlich in der Öffentlichkeit gevögelt – Ja, aber wo wird nicht verraten.
Sich verliebt und das Herz gebrochen bekommen – Natürlich, fast meine ganze Jugend hindurch.
Jemandem das Herz gebrochen – Kann ich mir nicht vorstellen.
Jemanden vergeblich geliebt – Fast, aber mit Geduld wurde aus dem vergeblich ein erfolgreich.
Jemanden geliebt, den man nicht lieben darf – wer sollte das sein? Ist es nicht generell schön, geliebt zu werden – vorrausgesetzt, das es nicht auf eine merkwürdige Stalker-Art ist.
Jemanden 20 Minuten nonstop geküsst - Mit 13.
Länger als einen Monat um eine alte Liebe getrauert – Unbedingt.
Blumen von einem Fremden bekommen - Nein
Herausgefunden, dass manche Düfte geil machen – Ja, aber die sind nicht in bunten Fläschchen mit merkwürdigen Namen enthalten.
Das Moulin Rouge von innen gesehen - Nein
Sich mit jemandem geprügelt, um eine/n Mann/Frau zu beeindrucken - Nein
In einen Kampf verwickelt worden, weil man jemandem helfen wollte - Bisher nicht. Soll aber nicht heißen, das ich nicht schon geholfen hätte.
Die Nacht durchgemacht und den Sonnenaufgang beobachtet – Ja, aber vom Hamburger Fischmarkt aus schlecht zu sehen.
Eine Nacht unter freiem Himmel verbracht – Ist noch nicht lange her.
Mond und Sterne durch ein Teleskop betrachtet – Nein, mehr als den großen und den kleinen Wagen könnte ich auch nicht erkennen.
Einen Sternschnuppenregen beobachtet – Die können regnen?
Eine Sonnenfinsternis live gesehen – Ja und die entsprechenden Brillen waren, modisch betrachtet, grenzwertig.
Um Mitternacht am Strand spaziert – Ja, und dabei eine alles andere als romantische Szene hingelegt.
Ein Tattoo machen lassen – Nein, wir werden alle nicht schöner.
Ein Piercing stechen lassen – Nein, noch keinen Mut gehabt.
Ein Intimpiercing stechen lassen – Ich kenne keinen Piercer intim genug.
Eine Schönheits-OP gehabt – Siehe Tattoo - wir werden alle nicht schöner. Das ist nun mal der Lauf der Dinge.
Im Restaurant zu Fremden gesetzt und mit ihnen gegessen – Nicht freiwillig.
Ein gutes Gespräch mit einem Bettler oder einer Hure geführt – Nicht bewusst.
Einen 800-Seiten-Roman gelesen – zuletzt „Mister Aufziehvogel“ von Haruki Murakami.
Bei einer TV-Show mitgespielt – Nicht in einer TV-Show, aber im Zirkus Roncalli.
In einem Film mitgespielt – Hinter der Kamera ist mir lieber.
Ein eigenes Buch geschrieben - Nein
Einen Artikel in einem großen Medium veröffentlicht - Nein
Das eigene Bild in der Zeitung gesehen – Nein
Als DJ gearbeitet - Nein
Filmdialoge auswendig gelernt und bei Gelegenheit zitiert – Nicht gezielt, aber es bleibt bei wiederholtem Sehen immer was hängen und entsprechende Situation finden sich – ist das Leben ein Film oder der Film das Leben?
Eine Musik-CD aufgenommen – Frei von jeglichem musikalischen Talent, überlasse ich das doch lieber anderen
Die CD-Sammlung alphabetisch sortiert – Anders ist die Menge nicht zu bewältigen.
Risiko um die ganze Welt gespielt – Ja und auch schon gewonnen. He he he
In einem Chor mitgesungen – Selbst im Chor würde man mich bitten, nur die Lippen zu bewegen.
Laut im Auto gesungen und nicht aufgehört, als es Passanten bemerkten – Zuletzt zu „Bliss“ von Muse.
Entdeckt, dass jemand deinen Blog kennt, der es nicht kennen sollte – Gäbe es so jemanden, würde ich nicht bloggen.
Für ein öffentliches Amt gewählt worden – Schon in der Schule wurde ich als eine der letzten in die Mannschaft gewählt.
Ein völlig neues Leben in einer neuen Stadt begonnen – Ein völlig neues Leben in einem Dorf begonnen
Die Haarfarbe gewechselt – Dank Henna.
Den Namen gewechselt - Nein
Paris besucht – Ja, aber nicht die richtigen Stellen.
London besucht – Ja, aber auch noch nicht die richtigen Stellen.
New York besucht - Nein
Einen Berg bestiegen - Nein
Die Nordlichter gesehen – Jeden Tag.
Eine Weltreise gemacht – Ist nur spannend, wenn man sich die entsprechende Zeit nimmt und wer kann schon für Jahre aussteigen.
Eine Wildwasserfahrt mitgemacht - Nein
Als Backpacker Europa besucht – Ja, wobei Europa in diesem Fall vor allem aus Frankreich und Spanien bestanden hat.
Den Kölner Dom oder das Ulmer Münster zu Fuß bestiegen – Nein, dazu müsste ich erst einmal in einer dieser Städte gewesen sein.
Alle 16 Bundesländer bereist – Ich arbeite daran.
Fallschirm gesprungen – Es ist nicht natürlich, sich in einem Element aufzuhalten, in welchem man für den Aufenthalt Hilfsmittel benötigt.
Urlaub auf einer Trauminsel gemacht – Dazu müsste ich meine Trauminsel erst mal definieren.
Mit einem Heißluftballon gefahren – Siehe Fallschirm. Aus der Höhe ist es ein tiefer Fall.
Tauchen gewesen – Auch die Tiefe ist kein natürlicher Aufenthaltsort für uns Menschen.
Die Chinesische Mauer bestiegen – Dazu müsste ich schon einmal in China gewesen sein.
Mit einer Gondel durch Venedig gefahren – Venedig ist überbewertet.
In einem aktiven Kriegsgebiet gewesen – Nein, und ich hoffe, dass ich auf die Erfahrung auch bis zum Schluss verzichten darf.
Mit einer scharfen Schusswaffe geschossen – Nein, und auch auf diese Erfahrung lege ich keinen Wert.
Auf einem Kreuzfahrtschiff gereist – Nein, und das ist auch gut so. Nirgendwo ist es einsamer als auf hoher See.
Mehr als eine Fremdsprache gelernt – Mein Englisch ist schon eher kryptisch.
Eine Fahrradtour gemacht – Nur Tagestouren
Die Golden Gate Brücke überquert - Hätte ich sicher, wenn ich schon einmal in San Francisco gewesen wäre.
In einem Hubschrauber geflogen – Siehe Ballon. Der Glasboden im Cockpit eines Hubschraubers macht mir Angst.
In einem Sportflugzeug geflogen – Öfter, doch irgendwann wurde mir von den Spielchen „Motor eins an - Motor zwei aus“ einmal zu oft übel.
In einem Kampfjet geflogen - Nein
Sex in einem Flugzeug gehabt - Nein, da bin ich mit Überleben beschäftigt.
Alle 7 Kontinente bereist – Nein, bisher sind es nur zwei.
Testfahrt mit einem Ferrari gemacht – Nein, finde ich aber auch nicht erstrebenswert.
Ein Gewitter auf hoher See oder im Hochgebirge erlebt – Nein, nur auf dem platten Land.
Eine Runde im Lokal geschmissen - Nein
Kürzlich eine Schneeballschlacht gemacht – Schwer, wenn gerade erst der Herbst vor der Tür steht.
In Eiswasser gesprungen – Ja, nach der Sauna
Einen Baum umarmt – Auf jeden Fall
Mit Champagner betrunken – Unbedingt.
So betrunken gewesen das du dich an nichts mehr erinnerst – Heute kaum noch vorstellbar, aber da gab es mal eine Zeit....
Eigenes Gemüse gezüchtet und gegessen – Nur Obst
Eine Kuh gemolken - Nein
Ein Pferd geritten - Oft
Ein Tier beerdigt - Ja
5 Tage lang gefastet – Auch schon 10
Haifisch gegessen – Nicht bewusst
Sushi gegessen – Immer wieder gern
Selbst gesammelte Pilze gegessen – Ja
Aus Resten ein großartiges Gericht zubereitet – Ja, Auflauf ist immer lecker
Eine Diät gemacht – Immer wieder
In einen Swingerclub gegangen - Nein
Einen Lachanfall bekommen – Ich erinnere mich, das ich beinahe aus dem Lokal geflogen wäre, weil ich mich nicht in den Griff bekommen konnte.
Eine Vogelspinne in die Hand genommen – Sicher nicht
Bungee gesprungen – Siehe Fallschirm, Ballon, etc. Das ist nicht natürlich!
Einen ganzen Tag im Bett verbracht und nicht krank gewesen – Am Anfang der Liebe oft.
Wie ein Verrückter getanzt und nicht auf andere geachtet – Eher nicht
Eine lebensgefährliche Erkrankung gehabt - Nein
Wie durch ein Wunder einen Unfall überlebt - Nein
Einen Knochen gebrochen - Nein
Über das eigene Leben gefreut, wenigstens für einen Moment - Unbedingt und immer wieder
Die Geburtsstätte der Großeltern besucht - Nein
Die ehemalige Schule besucht – Welche von den vielen? Aber war eh nicht meine beste Zeit.
Das Lieblingsspielzeug aus der Kindheit noch mal gekauft - Nein
Deinen besten Freund verloren – Jein, zur Zeit des Verlustes trennten uns gerade die Wege.
Eine gute Party geschmissen – Letztes Silvester, doch am Ende verdanken wir das „gut“ vor allem den Köhlers....
Ein Verkehrsschild gestohlen - Nein
Eine Fensterscheibe zerschlagen - Nein
Etwas getan haben, das man bereuen müsste, aber nie bereut - Öfter, aber am Ende macht man nichts ohne Grund.
Sich nach Jahren bei jemandem dafür entschuldigt, dass man ihn verletzt hat - Ja
Jemanden von einer Sache überzeugt, die einem selbst sehr wichtig ist - Bestimmt
Eine Kampfsportart erlernt - Nein
Den eigenen PC aus Komponenten zusammengebaut - Nein
Im Job gefeuert worden – Ich wusste immer, wann es Zeit war zu gehen.
Ein Unternehmen gegründet – Noch nicht
Die Steuererklärung verstanden - Noch nie
Bei dieser Liste mindestens einmal gelogen – Wozu?
Fazit: Ich bin langweilig und absolut unromantisch und entschuldige mich an dieser Stelle für die Überlänge des Stöckchens.
Wer mag, greife nach dem Stab!
Einen One-Night-Stand gehabt – Nicht nur einen.
Für Sex bezahlt oder bezahlt worden – Sicher nicht
Sich über das Internet verliebt – Abgelegt unter „Erfahrungen“.
Sich nackt vor Fremden gezeigt – Bleibt nicht aus, wenn man sich nach dem Schwimmen gründlich duschen möchte.
Den nackten Hintern fotokopiert – Es gab bisher keine Gelegenheit.
Heimlich im Schwimmbad nackt gebadet – es wurde unheimlich, als trotz WM-Finals, welches wird nicht verraten, plötzlich sechs Jungs, offensichtlich mit der gleichen Intention, auftauchten und unsere Kleidung an sich nahmen.
Einen Striptease vorgeführt – Meine Talente liegen woanders
Ich liebe Dich gesagt und so gemeint – Immer wieder.
Candlelight-Dinner mit einem lieben Menschen gehabt – Das war nur dem lieben Menschen zu verdanken, mit dem ich es hatte.
Eine Tabledance-Bar besucht – Nein, und das wird sicher auch so schnell passieren, denn Neid ist so ein hässliches Gefühl.
Geheiratet – Nein, aus Überzeugung nicht!
Ein Haus oder eine Wohnung gekauft – Ja.
Einen Baum gepflanzt – Im Alter von acht Jahren, gemeinsam mit der Schwester. 10 Jahre später entsprachen die Bäume jeweils unserem Äußeren. Ihrer war hoch und schmal, meiner deutlich kürzer und eher füllig.
Kinder gezeugt oder bekommen - Nein
Geschieden worden – Setzt eine Ehe voraus und beinhaltet gleichzeitig das Argument gegen die Ehe.
Eine Affäre gehabt - Ja
Im Regen geküsst - Bestimmt
Im Regen getanzt – Ist noch nicht so lange her.
Heimlich in der Öffentlichkeit gevögelt – Ja, aber wo wird nicht verraten.
Sich verliebt und das Herz gebrochen bekommen – Natürlich, fast meine ganze Jugend hindurch.
Jemandem das Herz gebrochen – Kann ich mir nicht vorstellen.
Jemanden vergeblich geliebt – Fast, aber mit Geduld wurde aus dem vergeblich ein erfolgreich.
Jemanden geliebt, den man nicht lieben darf – wer sollte das sein? Ist es nicht generell schön, geliebt zu werden – vorrausgesetzt, das es nicht auf eine merkwürdige Stalker-Art ist.
Jemanden 20 Minuten nonstop geküsst - Mit 13.
Länger als einen Monat um eine alte Liebe getrauert – Unbedingt.
Blumen von einem Fremden bekommen - Nein
Herausgefunden, dass manche Düfte geil machen – Ja, aber die sind nicht in bunten Fläschchen mit merkwürdigen Namen enthalten.
Das Moulin Rouge von innen gesehen - Nein
Sich mit jemandem geprügelt, um eine/n Mann/Frau zu beeindrucken - Nein
In einen Kampf verwickelt worden, weil man jemandem helfen wollte - Bisher nicht. Soll aber nicht heißen, das ich nicht schon geholfen hätte.
Die Nacht durchgemacht und den Sonnenaufgang beobachtet – Ja, aber vom Hamburger Fischmarkt aus schlecht zu sehen.
Eine Nacht unter freiem Himmel verbracht – Ist noch nicht lange her.
Mond und Sterne durch ein Teleskop betrachtet – Nein, mehr als den großen und den kleinen Wagen könnte ich auch nicht erkennen.
Einen Sternschnuppenregen beobachtet – Die können regnen?
Eine Sonnenfinsternis live gesehen – Ja und die entsprechenden Brillen waren, modisch betrachtet, grenzwertig.
Um Mitternacht am Strand spaziert – Ja, und dabei eine alles andere als romantische Szene hingelegt.
Ein Tattoo machen lassen – Nein, wir werden alle nicht schöner.
Ein Piercing stechen lassen – Nein, noch keinen Mut gehabt.
Ein Intimpiercing stechen lassen – Ich kenne keinen Piercer intim genug.
Eine Schönheits-OP gehabt – Siehe Tattoo - wir werden alle nicht schöner. Das ist nun mal der Lauf der Dinge.
Im Restaurant zu Fremden gesetzt und mit ihnen gegessen – Nicht freiwillig.
Ein gutes Gespräch mit einem Bettler oder einer Hure geführt – Nicht bewusst.
Einen 800-Seiten-Roman gelesen – zuletzt „Mister Aufziehvogel“ von Haruki Murakami.
Bei einer TV-Show mitgespielt – Nicht in einer TV-Show, aber im Zirkus Roncalli.
In einem Film mitgespielt – Hinter der Kamera ist mir lieber.
Ein eigenes Buch geschrieben - Nein
Einen Artikel in einem großen Medium veröffentlicht - Nein
Das eigene Bild in der Zeitung gesehen – Nein
Als DJ gearbeitet - Nein
Filmdialoge auswendig gelernt und bei Gelegenheit zitiert – Nicht gezielt, aber es bleibt bei wiederholtem Sehen immer was hängen und entsprechende Situation finden sich – ist das Leben ein Film oder der Film das Leben?
Eine Musik-CD aufgenommen – Frei von jeglichem musikalischen Talent, überlasse ich das doch lieber anderen
Die CD-Sammlung alphabetisch sortiert – Anders ist die Menge nicht zu bewältigen.
Risiko um die ganze Welt gespielt – Ja und auch schon gewonnen. He he he
In einem Chor mitgesungen – Selbst im Chor würde man mich bitten, nur die Lippen zu bewegen.
Laut im Auto gesungen und nicht aufgehört, als es Passanten bemerkten – Zuletzt zu „Bliss“ von Muse.
Entdeckt, dass jemand deinen Blog kennt, der es nicht kennen sollte – Gäbe es so jemanden, würde ich nicht bloggen.
Für ein öffentliches Amt gewählt worden – Schon in der Schule wurde ich als eine der letzten in die Mannschaft gewählt.
Ein völlig neues Leben in einer neuen Stadt begonnen – Ein völlig neues Leben in einem Dorf begonnen
Die Haarfarbe gewechselt – Dank Henna.
Den Namen gewechselt - Nein
Paris besucht – Ja, aber nicht die richtigen Stellen.
London besucht – Ja, aber auch noch nicht die richtigen Stellen.
New York besucht - Nein
Einen Berg bestiegen - Nein
Die Nordlichter gesehen – Jeden Tag.
Eine Weltreise gemacht – Ist nur spannend, wenn man sich die entsprechende Zeit nimmt und wer kann schon für Jahre aussteigen.
Eine Wildwasserfahrt mitgemacht - Nein
Als Backpacker Europa besucht – Ja, wobei Europa in diesem Fall vor allem aus Frankreich und Spanien bestanden hat.
Den Kölner Dom oder das Ulmer Münster zu Fuß bestiegen – Nein, dazu müsste ich erst einmal in einer dieser Städte gewesen sein.
Alle 16 Bundesländer bereist – Ich arbeite daran.
Fallschirm gesprungen – Es ist nicht natürlich, sich in einem Element aufzuhalten, in welchem man für den Aufenthalt Hilfsmittel benötigt.
Urlaub auf einer Trauminsel gemacht – Dazu müsste ich meine Trauminsel erst mal definieren.
Mit einem Heißluftballon gefahren – Siehe Fallschirm. Aus der Höhe ist es ein tiefer Fall.
Tauchen gewesen – Auch die Tiefe ist kein natürlicher Aufenthaltsort für uns Menschen.
Die Chinesische Mauer bestiegen – Dazu müsste ich schon einmal in China gewesen sein.
Mit einer Gondel durch Venedig gefahren – Venedig ist überbewertet.
In einem aktiven Kriegsgebiet gewesen – Nein, und ich hoffe, dass ich auf die Erfahrung auch bis zum Schluss verzichten darf.
Mit einer scharfen Schusswaffe geschossen – Nein, und auch auf diese Erfahrung lege ich keinen Wert.
Auf einem Kreuzfahrtschiff gereist – Nein, und das ist auch gut so. Nirgendwo ist es einsamer als auf hoher See.
Mehr als eine Fremdsprache gelernt – Mein Englisch ist schon eher kryptisch.
Eine Fahrradtour gemacht – Nur Tagestouren
Die Golden Gate Brücke überquert - Hätte ich sicher, wenn ich schon einmal in San Francisco gewesen wäre.
In einem Hubschrauber geflogen – Siehe Ballon. Der Glasboden im Cockpit eines Hubschraubers macht mir Angst.
In einem Sportflugzeug geflogen – Öfter, doch irgendwann wurde mir von den Spielchen „Motor eins an - Motor zwei aus“ einmal zu oft übel.
In einem Kampfjet geflogen - Nein
Sex in einem Flugzeug gehabt - Nein, da bin ich mit Überleben beschäftigt.
Alle 7 Kontinente bereist – Nein, bisher sind es nur zwei.
Testfahrt mit einem Ferrari gemacht – Nein, finde ich aber auch nicht erstrebenswert.
Ein Gewitter auf hoher See oder im Hochgebirge erlebt – Nein, nur auf dem platten Land.
Eine Runde im Lokal geschmissen - Nein
Kürzlich eine Schneeballschlacht gemacht – Schwer, wenn gerade erst der Herbst vor der Tür steht.
In Eiswasser gesprungen – Ja, nach der Sauna
Einen Baum umarmt – Auf jeden Fall
Mit Champagner betrunken – Unbedingt.
So betrunken gewesen das du dich an nichts mehr erinnerst – Heute kaum noch vorstellbar, aber da gab es mal eine Zeit....
Eigenes Gemüse gezüchtet und gegessen – Nur Obst
Eine Kuh gemolken - Nein
Ein Pferd geritten - Oft
Ein Tier beerdigt - Ja
5 Tage lang gefastet – Auch schon 10
Haifisch gegessen – Nicht bewusst
Sushi gegessen – Immer wieder gern
Selbst gesammelte Pilze gegessen – Ja
Aus Resten ein großartiges Gericht zubereitet – Ja, Auflauf ist immer lecker
Eine Diät gemacht – Immer wieder
In einen Swingerclub gegangen - Nein
Einen Lachanfall bekommen – Ich erinnere mich, das ich beinahe aus dem Lokal geflogen wäre, weil ich mich nicht in den Griff bekommen konnte.
Eine Vogelspinne in die Hand genommen – Sicher nicht
Bungee gesprungen – Siehe Fallschirm, Ballon, etc. Das ist nicht natürlich!
Einen ganzen Tag im Bett verbracht und nicht krank gewesen – Am Anfang der Liebe oft.
Wie ein Verrückter getanzt und nicht auf andere geachtet – Eher nicht
Eine lebensgefährliche Erkrankung gehabt - Nein
Wie durch ein Wunder einen Unfall überlebt - Nein
Einen Knochen gebrochen - Nein
Über das eigene Leben gefreut, wenigstens für einen Moment - Unbedingt und immer wieder
Die Geburtsstätte der Großeltern besucht - Nein
Die ehemalige Schule besucht – Welche von den vielen? Aber war eh nicht meine beste Zeit.
Das Lieblingsspielzeug aus der Kindheit noch mal gekauft - Nein
Deinen besten Freund verloren – Jein, zur Zeit des Verlustes trennten uns gerade die Wege.
Eine gute Party geschmissen – Letztes Silvester, doch am Ende verdanken wir das „gut“ vor allem den Köhlers....
Ein Verkehrsschild gestohlen - Nein
Eine Fensterscheibe zerschlagen - Nein
Etwas getan haben, das man bereuen müsste, aber nie bereut - Öfter, aber am Ende macht man nichts ohne Grund.
Sich nach Jahren bei jemandem dafür entschuldigt, dass man ihn verletzt hat - Ja
Jemanden von einer Sache überzeugt, die einem selbst sehr wichtig ist - Bestimmt
Eine Kampfsportart erlernt - Nein
Den eigenen PC aus Komponenten zusammengebaut - Nein
Im Job gefeuert worden – Ich wusste immer, wann es Zeit war zu gehen.
Ein Unternehmen gegründet – Noch nicht
Die Steuererklärung verstanden - Noch nie
Bei dieser Liste mindestens einmal gelogen – Wozu?
Fazit: Ich bin langweilig und absolut unromantisch und entschuldige mich an dieser Stelle für die Überlänge des Stöckchens.
Wer mag, greife nach dem Stab!
Donnerstag, August 24, 2006
Freitag, August 18, 2006
Donnerstag, August 03, 2006
Bravo, es ist ein Mädchen
Das ist die Bravo meiner Geburtstages. Was meine Eltern so alles zu erzählen hatten erschließt sich aus dem Titel leider nicht, aber wer zum Teufel war Ricky Shane? Ich hätte gewettet, dass das Gesicht dem jungen Christopher Walken gehört.Dienstag, August 01, 2006
Und wie bist du so drauf?
| Your EQ is 0 |
51-70: When it comes to understanding human emotions, you'd have better luck understanding Chinese. 71-90: You've got more emotional intelligence than the average frat boy. Barely. 91-110: You're average. It's easy to predict how you'll react to things. But anyone could have guessed that. 111-130: You usually have it going on emotionally, but roadblocks tend to land you on your butt. 131-150: You are remarkable when it comes to relating with others. Only the biggest losers get under your skin. 150+: Two possibilities - you've either out "Dr. Phil-ed" Dr. Phil... or you're a dirty liar. |
Meinen verrate ich natürlich nicht, aber wer will kann ja gern mal raten.
Dienstag, Juli 04, 2006
Warten auf den Tod?
Immer wieder erlebe ich, das Männer angesichts einen ausgehobenen Erdlochs in Erregung versetzt werden.
Montag, Juli 03, 2006
Sonntag, Juli 02, 2006
Bücher, die (k)eine Chance hatten.
Zur Zeit kursiert wieder mal ein Stöckchen in der Bloggerwelt. Diesmal geht es um Bücher, die unsere Regale belagern, aber nie, trotz mehrerer Versuche, unser Wissen bereichern werden.
Florian Illies – Generation Golf
Geschenkt bekommen habe ich die vermeintliche Hymne auf die 80er Jahre. Gekauft hätte ich sie mir vermutlich nie, denn für mich gab es wenig Beschreibenswertes in diesen Jahren. Die Beschreibung einer Mittelstandsgesellschaft, die immer weniger Werte und immer mehr Konsum vermittelt und dabei vor Langeweile fast einschläft, lag mir schon in den 80ern nicht.
Die Verflachung begann und wurde durch Verehrung von Yuppies, dem damit verbundenen Bankenwesen, simpler Popmusik und Supermodels sichtbar. Der allgemeine und nicht mehr auf einen bestimmten Typus Menschen beschränkte Wunsch nach Schein und weniger Sein nahm in diesem Jahrzehnt seinen Anfang und fand leider bis heute kein Ende.
Auch die immer stärker werdende Strömung der Gruppenzugehörigkeit, der Einordnung nach Marken-Klamotten und Frisuren, die in diesem Jahrzehnt ihre rasend schnelle Entwicklung nahm, war mir schon in jenen Jahren zuwider. Da nehme ich weder die Popper noch die Punks noch die Ökos aus. Alle begannen sich über Äußerlichkeiten zu einer Gruppe zu bekennen und in ihr das Heil zu suchen, um sich von anderen abzugrenzen.
Es lebe die Individualität. Wo das alles hinführte und bis heute noch hinführt ist bekannt
„Wetten dass...?“, der Golf und was auch immer alles noch von Florian Illies als Synonym dieser Zeit genannt wurde, kann mich nicht erwärmen. Als 71er Jahrgang (wie der Autor) habe ich das alles selbst erlebt und kann somit aus tiefstem Herzen sagen: Einmal reicht!
Michel Houellebecq – Ausweitung der Kampfzone
Selten gab es ein Buch, das ich so gern lesen können wollte, wie „Ausweitung der Kampfzone“. Inzwischen wirklich ein Fan von Houellebecqs Romanen, habe ich sein Schlüsselwerk immer wieder angelesen, reingelesen – und am Ende wieder ins Regal gelegt.
Es will einfach nicht funktionieren zwischen mir und diesem Buch. Kapitel Drei ist bisher das Äußerste gewesen und jeder der das Buch kennt, weiß wie kurz die einzelnen Kapitel sind.
Sven Regener - Neue Vahr Süd
Alternativ könnte auch „Herr Lehmann“ von eben jenem Autor an dieser Stelle genannt werden. „Herr Lehmann“ konnte mich nicht recht fesseln, da ich, das gebe ich gern zu, mit der Szene des Mauer-Berlin der 80er Jahre (da haben wir sie schon wieder) nicht viel anfangen konnte. Vielleicht hätte man dabei sein müssen, aber zu dem Zynismus dieser Zeit in der Insel-Stadt, wie er sich für mich in dem verfilmten Werk des „Herr Lehmann“, aber auch in der damaligen Kunst- und Kulturszene darstellt, finde ich keinen Zugang.
„Neue Vahr Süd“ war für mich ein Versuch, das ganze von Beginn an aufzurollen und so die Zusammenhänge besser zu verstehen und der Zeit vielleicht näher zu kommen, doch verhält es sich mit Sven Regeners Büchern für mich wie mit seiner Band „Element of Crime“. Ich kann keine Beziehung herstellen. Ich lache und weine wohl einfach über andere Dinge.
Arno Geiger – Es geht uns gut
Erwischt! Das ist eines der Bücher an dessen Umsatzsteigerung, zumindest in meinem Fall, nicht so sehr gute Kritiken, ein interessanter Plot oder der gewonnene deutsche Buchpreis schuld sind, sondern tatsächlich die Verpackung. Schon beim ersten Ansehen auf einem Buchtisch fand ich die Gestaltung des Umschlags unwiderstehlich und legte das Buch nur aus Geldmangel zurück. Was nun so besonders an diesem Heile-Welt-Foto aus den 50ern und der schlichten Gestaltung ist – ich weiß es nicht - aber am Ende wanderte es doch mit in die Tüte.
Dabei reizen mich Familiengeschichten nicht mal. Bisherige Ausnahmen sind Jonathan Franzens „Die Korrekturen“, John Steinbecks „Jenseits on Eden“ oder Steward O´Nans „Sommer der Züge“, aber auch hier wird deutlich – Amerikaner können diese Geschichten, zumindest meiner bescheidenen Meinung nach, besser erzählen.
Ich stand jedoch im Wort. Nun ist es nicht ungewöhnlich, das mir ab einer gewissen Uhrzeit das Buch auf die Nase fällt, aber hier stellte sich das Lesen von der ersten Seite an als ein Kampf gegen den Schlaf heraus. Von diesem Buch würde ich behaupten, das es nie seine Zeit findet, von mir gelesen und verstanden zu werden.
Es ist einfach langweilig und wird es wohl immer bleiben – verzeihen sie, werter Arno Geiger, das ich das hier so offen sage, aber ich scheiterte schon an der Verortung der einzelnen Handlungsstränge.
Wenn jemand interessiert ist - dieses Buch sucht ein neues Zuhause, in dem ihm die Liebe zuteil wird, die es sicher verdient.
Ich werfe das Stöckchen weiter an:
Claudi, Janne (vielleicht hat er ja Lust, zu diesem Thema bei seiner Süßen zu gastieren.), Nina-Maria, Burnster und Ole, in der Hoffnung, das die beiden letztgenannten das überhaupt mitbekommen und meine Neugier in Bezug auf die Frage, was unter ihre Leselampe fehlen darf, befriedigen.
Florian Illies – Generation Golf
Geschenkt bekommen habe ich die vermeintliche Hymne auf die 80er Jahre. Gekauft hätte ich sie mir vermutlich nie, denn für mich gab es wenig Beschreibenswertes in diesen Jahren. Die Beschreibung einer Mittelstandsgesellschaft, die immer weniger Werte und immer mehr Konsum vermittelt und dabei vor Langeweile fast einschläft, lag mir schon in den 80ern nicht.
Die Verflachung begann und wurde durch Verehrung von Yuppies, dem damit verbundenen Bankenwesen, simpler Popmusik und Supermodels sichtbar. Der allgemeine und nicht mehr auf einen bestimmten Typus Menschen beschränkte Wunsch nach Schein und weniger Sein nahm in diesem Jahrzehnt seinen Anfang und fand leider bis heute kein Ende.
Auch die immer stärker werdende Strömung der Gruppenzugehörigkeit, der Einordnung nach Marken-Klamotten und Frisuren, die in diesem Jahrzehnt ihre rasend schnelle Entwicklung nahm, war mir schon in jenen Jahren zuwider. Da nehme ich weder die Popper noch die Punks noch die Ökos aus. Alle begannen sich über Äußerlichkeiten zu einer Gruppe zu bekennen und in ihr das Heil zu suchen, um sich von anderen abzugrenzen.
Es lebe die Individualität. Wo das alles hinführte und bis heute noch hinführt ist bekannt
„Wetten dass...?“, der Golf und was auch immer alles noch von Florian Illies als Synonym dieser Zeit genannt wurde, kann mich nicht erwärmen. Als 71er Jahrgang (wie der Autor) habe ich das alles selbst erlebt und kann somit aus tiefstem Herzen sagen: Einmal reicht!
Michel Houellebecq – Ausweitung der Kampfzone
Selten gab es ein Buch, das ich so gern lesen können wollte, wie „Ausweitung der Kampfzone“. Inzwischen wirklich ein Fan von Houellebecqs Romanen, habe ich sein Schlüsselwerk immer wieder angelesen, reingelesen – und am Ende wieder ins Regal gelegt.
Es will einfach nicht funktionieren zwischen mir und diesem Buch. Kapitel Drei ist bisher das Äußerste gewesen und jeder der das Buch kennt, weiß wie kurz die einzelnen Kapitel sind.
Sven Regener - Neue Vahr Süd
Alternativ könnte auch „Herr Lehmann“ von eben jenem Autor an dieser Stelle genannt werden. „Herr Lehmann“ konnte mich nicht recht fesseln, da ich, das gebe ich gern zu, mit der Szene des Mauer-Berlin der 80er Jahre (da haben wir sie schon wieder) nicht viel anfangen konnte. Vielleicht hätte man dabei sein müssen, aber zu dem Zynismus dieser Zeit in der Insel-Stadt, wie er sich für mich in dem verfilmten Werk des „Herr Lehmann“, aber auch in der damaligen Kunst- und Kulturszene darstellt, finde ich keinen Zugang.
„Neue Vahr Süd“ war für mich ein Versuch, das ganze von Beginn an aufzurollen und so die Zusammenhänge besser zu verstehen und der Zeit vielleicht näher zu kommen, doch verhält es sich mit Sven Regeners Büchern für mich wie mit seiner Band „Element of Crime“. Ich kann keine Beziehung herstellen. Ich lache und weine wohl einfach über andere Dinge.
Arno Geiger – Es geht uns gut
Erwischt! Das ist eines der Bücher an dessen Umsatzsteigerung, zumindest in meinem Fall, nicht so sehr gute Kritiken, ein interessanter Plot oder der gewonnene deutsche Buchpreis schuld sind, sondern tatsächlich die Verpackung. Schon beim ersten Ansehen auf einem Buchtisch fand ich die Gestaltung des Umschlags unwiderstehlich und legte das Buch nur aus Geldmangel zurück. Was nun so besonders an diesem Heile-Welt-Foto aus den 50ern und der schlichten Gestaltung ist – ich weiß es nicht - aber am Ende wanderte es doch mit in die Tüte.
Dabei reizen mich Familiengeschichten nicht mal. Bisherige Ausnahmen sind Jonathan Franzens „Die Korrekturen“, John Steinbecks „Jenseits on Eden“ oder Steward O´Nans „Sommer der Züge“, aber auch hier wird deutlich – Amerikaner können diese Geschichten, zumindest meiner bescheidenen Meinung nach, besser erzählen.
Ich stand jedoch im Wort. Nun ist es nicht ungewöhnlich, das mir ab einer gewissen Uhrzeit das Buch auf die Nase fällt, aber hier stellte sich das Lesen von der ersten Seite an als ein Kampf gegen den Schlaf heraus. Von diesem Buch würde ich behaupten, das es nie seine Zeit findet, von mir gelesen und verstanden zu werden.
Es ist einfach langweilig und wird es wohl immer bleiben – verzeihen sie, werter Arno Geiger, das ich das hier so offen sage, aber ich scheiterte schon an der Verortung der einzelnen Handlungsstränge.
Wenn jemand interessiert ist - dieses Buch sucht ein neues Zuhause, in dem ihm die Liebe zuteil wird, die es sicher verdient.
Ich werfe das Stöckchen weiter an:
Claudi, Janne (vielleicht hat er ja Lust, zu diesem Thema bei seiner Süßen zu gastieren.), Nina-Maria, Burnster und Ole, in der Hoffnung, das die beiden letztgenannten das überhaupt mitbekommen und meine Neugier in Bezug auf die Frage, was unter ihre Leselampe fehlen darf, befriedigen.
Samstag, Juli 01, 2006
Gelesen
Sie wirkte kalt und hart, und hätte man sie nachts auf dem Meer treiben lassen, hätte sie wahrscheinlich Schiffe gerammt und versenkt.
Aus der Erzählung "Birthday Girl" von Haruki Murakami. Nachzulesen in "Frosch rettet Tokio".
Aus der Erzählung "Birthday Girl" von Haruki Murakami. Nachzulesen in "Frosch rettet Tokio".
Montag, Juni 19, 2006
Und noch ein Geburtstag
„Für wie alt schätzt Du mich?“ Diese Frage musste ich mir - musste sich jeder, der mit meines Liebsten spanischer Großmutter zusammentraf - gefallen lassen und wehe du sagtest etwas Falsches!Aber das Schöne daran war, das man nichts Falsches sagen konnte, angesichts einer Frau, die trotz hohen Alters noch immer über die Straße eilte, als ob es selbstverständlich wäre, das der fließende Verkehr nur für sie in jedem ihr genehmen Moment zum Erliegen kommt. Für eine Deutsche wie mich ein Phänomen angesichts des in meinen Augen unüberschaubaren Betriebs, in welchem bei Bedarf aus einer etwas breiteren zweispurigen Straße auch schnell mal eine dreispurige werden konnte. Nicht für Aboelita und du hattest nur eine Chance, wenn du dich an sie dran gehängt hattest.
Des weiteren war sie nie weit, wenn gefeiert und getanzt wurde. Sie war lustig, voller Leben und Temperament und so schnell konnte ihr niemand etwas vormachen.
Inzwischen ist meines Liebsten Mutter auch Aboelita (spanisch für Großmütterchen) und auch ihr kann man nicht so schnell was vormachen und wo getanzt und gefeiert wird ist auch sie nicht weit.
Noch ist ihr Standartsatz nicht: „Für wie alt schätzt du mich?“, noch ist es: „Habe ich nicht tolle Kinder?“ Der Begriff „Kinder“ kann alternativ durch „Familie“ ersetzt werden, doch zu hören bekommen wir ihn alle, sobald sich nur eine Gelegenheit ergibt. Eine Hamburger Freundin hatte einmal schlagfertig geantwortet: „Erstaunlich!“, aber auch das hält Nena nicht davon ab, diese Frage immer wieder rhetorisch in den Raum zu werfen.
Gestern feierten wir Nenas Siebzigsten. Ja, ich betone es gern: S-I-E-B-Z-I-G.
Ich kann immer wieder die Freude in ihren Augen sehen, wenn jemand geschockt auf die Nennung ihres Alters reagiert.
Für uns persönlich war die gestrige Feier das Zeichen, das beim Geburtstagsmarathon, der uns im Juni heimsucht, von jetzt an runtergezählt werden kann, aber sie war auch weit mehr. Sie war eine Gelegenheit für die inzwischen in Europa verstreute Familie wieder einmal zusammenzukommen und für Nena, sich im Kreise ihrer Lieben und ihrer vielen langjährigen Freunde feiern zu lassen.
Und so begab es sich, das während auf der Förde die Windjammerparade der Kieler Woche vorbeizog, im Baltic Bay Restaurant auf spanisch/südamerikanisch gebruncht, getanzt und gefeiert wurde.
Deutlich wurde wieder einmal, woher mein Liebster seine Rampensau-Gene hat, aber mal ehrlich, manchmal macht das wirklich mehr Spaß, als sich bei gediegener Unterhaltung anzuöden.
Wobei ich sagen muss, dass das in diesem Kreis wohl nie passiert. Wo mehr als eine Spanierin ist, kann es nicht mehr gediegen und öde sein.
Faszinierend war auch für mich, wie sehr diese wunderbaren Frauen um Nena herum, alle mit deutschen Männern verheiratet, dem Frauentyp aus Almodovar-Filmen und Büchern von Almudena Grandes entsprechen. Es gibt ihn, den Prototyp der spanischen Frau, von ihren (in diesem Fall deutschen) Männern hochverehrt und verschworen bis ins Mark. So rau ihr Umgangston untereinander manchmal sein mag, spürt man ihre Verbindung, ihre Loyalität und ihren Respekt füreinander. You never walk alone oder in diesem Fall Nunca estas solo.
Und trotzdem ich weder Spanierin bin noch annähernd über ein entsprechendes Temperament verfüge, ist es mir eine Freude, in diese Familie aufgenommen worden zu sein und als ein Teil von ihr zu gelten.
Donnerstag, Mai 25, 2006
Kenne ich sie?
Da sagt doch der Burnster , wie es ist, wenn man die Wahrheit kennt.
Bei mir geht die werte Dame Wahrheit jedoch leider nie gebückt. Sie schleicht sich an, ja, sie bläst sich auf, brüllt mich an, tut mir weh, bringt mich in Verlegenheit oder geht in meinem Namen gleich auf den Nächstbesten los. Timing, Schongang, Etikette und Takt - das alles ist ihr fremd und am Ende ist es nur der partiell schwerhörigen Gutmütigkeit des netten TÜV-Mannes zu verdanken, das ich die Plakette bekomme ohne das ich binnen vier Wochen einen neuen Verbandskasten nachweisen muss.
Bei mir geht die werte Dame Wahrheit jedoch leider nie gebückt. Sie schleicht sich an, ja, sie bläst sich auf, brüllt mich an, tut mir weh, bringt mich in Verlegenheit oder geht in meinem Namen gleich auf den Nächstbesten los. Timing, Schongang, Etikette und Takt - das alles ist ihr fremd und am Ende ist es nur der partiell schwerhörigen Gutmütigkeit des netten TÜV-Mannes zu verdanken, das ich die Plakette bekomme ohne das ich binnen vier Wochen einen neuen Verbandskasten nachweisen muss.
Freitag, April 07, 2006
Thank you for being a friend.

Es gibt sie, die Tage, an denen ich das Gefühl habe zu ertrinken. An denen ich spüre, wie mir das Wasser über den Kopf zusammenschlägt, es mich immer tiefer zieht und ich in dem dunkler werdenden Raum langsam die Orientierung verliere.
Am Ende bin ich soweit, sinnentleert in den Fernseher zu starren und mir das Leben der Nachmittagsserien so sehr zu Herzen zu nehmen als wäre es mein eigenes. Das am Ende immer ein Problem gelöst wird, gibt mir ein Gefühl der Kontrolle zurück, das in meinem realexistierenden Leben komplett abhanden gekommen ist.
Ich (v)ergehe und (v)erlaufe mich und am Ende bin ich nur auf der Suche nach einem Grund, um um mich zu schlagen – um mich zu schlagen.
So geschehen dieser Tage. Gedanken, Organisation, Diskussion, Grundsätzliches und meine eigene „Arbeit“ forderten ihren Tribut. In einer Art Dauerschleife gefangen, schwanden Kräfte, Gelassenheit und Freude.
Lieblingsingos Antennen fingen schon früh die Schwingungen auf und statt, wie es sicher leichter für ihn gewesen wäre, den räumlichen Abstand zwischen uns genau in diesem Moment konsequent einzuhalten, ließ er seine Beziehungen spielen, charterte unser beider Lieblingsauto und schenkte mir einen Tag.
Nachts um zwei eingetrudelt, schlief er sich aus. Nach dem mittags eingenommenen Frühstück, folgten wir dem Ruf der Straße und machten uns auf den Weg nach Wismar.
Nach Kampf mit Türen und Sitzeinstellung (und ich sag noch, das man zuviel Elektronik im Auto haben kann) ließen wir uns von einer bekannt angenehmen Stimme den Weg weisen, lehnten uns zurück und genossen die Tatsache, das mehr als die für uns üblichen 75 PS für ein leichtes Ziehen im Magen sorgten.
Als das Ziehen in meinem Magen nicht aufhören wollte, erinnerte ich mich an die Fahrten, die wir als Familie in dem jeweils neuen BMW meines Vaters unternahmen. Der Neuwagengeruch, von vielen Männern verehrt, sorgte jedes Mal dafür, das ich mich fast übergeben musste. Nur das Öffnen des Fensters und die Konzentration auf das Ende der Fahrt konnten Schlimmeres verhindern. Ich ging von jeher davon aus, das es an den Ausdünstungen gelegen hatte, bis ich selber Fahrunterricht nahm. Nachdem ich in der Lage war, die kompromisslose Unbarmherzigkeit im Fahrstil meines Vaters zu erkennen, vermied ich es, mich in ein Auto zu setzen, an dessen Steuer er saß.
Und welchen Grund konnte ich auf der Fahrt nach Wismar hervorbringen? Der BMW Ein(s)er hatte schon gut seine 19000 km runtergefahren, also kein Neuwagengeruch und Ingos Fahrstil ist adäquat.
Sollte ich eine BMW-Allergie haben? Und wenn ja, gilt die auch für den Mini?
In Wismar angekommen, fanden wir, widersprüchlichen Informationen der angenehmen Stimme zum Trotz, mit Hilfe der Eisenpopel in unserer Nase den Weg zum Wasser.
Die Nasen in den leider nicht nach Meer riechenden Landwind haltend, gingen wir über Wasser und genossen die frische Luft. Endlich sah ich etwas anderes als meine Welt. Als es zu regnen begann, setzten wir uns in ein nettes Hotelcafé und statt das ich an die Verpflichtungen dachte, die zuhause auf mich warteten, hielten wir das Personal mit nichtigen Kaffeebestellungen davon ab, vor Langeweile zu sterben.


Gern hätte ich öfter geschwiegen, zugehört, wäre mehr auf dich eingegangen, Ingo, aber ich war einfach nur froh, das du da warst und mich gelassen hast.
Thank you for being a friend. Thank you for not smoking in the car.
Love.
Samstag, März 25, 2006
Sprachlosigkeit
Zugegebenermaßen mag es etwas befremdlich wirken, einen Eintrag so zu überschreiben, aber es gibt sie, die Momente, in denen ich vor meinem Laptop sitze und nie wieder ein Wort schreiben möchte, mich nur aus der Tiefe meines Herzens verneigen möchte vor der Sprachkunst, Fantasie, Abstraktion, Schlagfertigkeit oder einfach der Seele des just gelesenen Blogeintrags.
Gerade heute morgen habe ich den Nachrichten aus Absurdistan entnommen (www.absurdistan.blogspot.com), wie qualvoll und entsprechend überbewertet Schlaf sein kann und welch entsprechendes Glück darin liegt, aus diesem von dem Postboten gerissen zu werden, der ausnahmsweise einmal gute Nachricht überbringt.
Die Abstraktion und plastische Beschreibung, der Gang in die unwirkliche und scheußliche Welt des nächtlichen Horrorszenarios lässt mich den Hut ziehen – und mich sprachlos zurück.
Aber auch nur mal einen Gedanken, seine Musikbegeisterung oder kleine Alltäglichkeiten teilt er auf vor allem humorvolle, begeisterte und begeisternde Art mit uns.
Abgesehen davon verfügt Ole aus Münster über einen außerordentlichen Musikgeschmack, wie ich seiner Rubrik „Aktuell auf dem Plattenteller“ entnehmen darf und auch in Hinblick auf herumliegende Bücher scheinen uns nicht Welten zu trennen.
Mit Herrn nff folge ich gern den Gedanken eines Fliegenden (www.splitduty.blogspot.com). Den Schweizer Piloten führt es rund um die Welt und so erlaubt er mir zumindest in Gedanken seinen Spuren zu folgen und für fünf Minuten mein Dorf zu verlassen. Das Gefühl zu teilen, durch New Yorks Strassen zu gehen und sich, ob seines verdächtigen Ziellosigkeit auf eine Shoppingtarnung einzulassen, in L.A. sich im Bett von einer auf die andere Seite zu drehen, in Japan endlich nicht in dem immer gleichen Lokal Sushi zu essen oder in seiner Heimat Schweiz mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu kämpfen.
Seine einnehmende Art zu erzählen, aber auch seine wunderbaren Abschweifungen in seitliche Gedankenkanäle Richtung Absurdistan (nicht Oles) lassen mich bei jedem neuen Eintrag lächeln.
Mek (www.mequito.org) ist ein Highlight der besonderen Art für mich. Manchmal nur einen Gedanken, gerade mal einen Satz lang, in den Blog gesetzt, schafft er es, das ich diesen nicht wieder loswerde und ihn noch Tage nach dem Lesen drehe und wende. Hin und wieder lässt er uns an kleinen Episoden seines Hamburger Alltag teilhaben, mehr jedoch an seiner durchaus spannenden Gedankenwelt oder an ausgedachten Geschichten, die an sprachlicher Schönheit und Tiefe ihres gleichen suchen. Unvergessen und von mir sicher noch gerahmt: "Ein verregneter Sommer"
Selten habe ich Schöneres gelesen und das bezieh ich auf alles, nicht nur auf die Welt der Blogs.
Sein Musikgeschmack ist nicht ganz der meine, aber die Leidenschaft zur Musik als solcher dürften wir teilen.
Frau Klugscheißer (www.myblog.de/klugscheisser) ist diejenige, die mir all diese netten Menschen über ihre Linklist vorgestellt hat und die ich, ehrlichgesagt weiß ich nicht mehr wie, für mich entdeckt habe. Sie hat mich spontan mit ihrem Humor und ihrer Fähigkeit zum Abwegigen verzaubert. Sie verfügt über Sprache, Witz, Tiefe und eine unglaubliche Fantasie oder habt ihr schon mal von einem Wutzel gehört, der gern zwischen den Zehen haust? Sie ja und sie weiß auch, ganz Sielmann, wie man diesen possierlichen Tierchen umgehen muss.
Auch an ihrer brutalen Bloßstellung eines Freundes im Baumarkt lässt sie einen teilhaben oder an einem Lachkrampf, den sie während einer Durchsage im Flugzeug (im wahren Leben Flugbegleiterin) nicht unterdrücken kann und der Idee was wohl wäre, wenn sie diesen in einer Notsituation bekommen würde.
Ihre Fähigkeit zur Selbstironie zeigt sie auf ihrer neuen Seite (sie musste umziehen, doch lohnt es sich auch ihren alten Blog zu besuchen) unverblümt, indem sie ihren Blog "Klug und Scheiß" (www.smartass.blogger.de) mit "Selbsthilfegruppe für Hirnwichser und Logorrhoebetroffene e.V." untertitelt.
Was mich selbst betrifft, so dachte ich bis vor kurzem noch, praktisch ins Nichts zu schreiben, doch nun wurde mir zugetragen, das es tatsächlich Menschen geben soll, die meine Ergüsse gern lesen und sich über neues freuen.
So denn verneige ich mich vor ihnen, danke ihnen für ihre Aufmerksamkeit, hoffe weiter gut unterhalten zu können und auch wenn ich bei all der Inspiration durch die anderen Blogger deutlich meine Grenzen spüre, werde ich nicht aufgeben, werde weiter ringen mit Sprache, Geist und Fantasie und mich bemühen, meine drei Dogmen des Schreibens zu beherzigen:
Du kannst alles sein.
Du kannst alles denken.
Du kannst alles tun.
Vielleicht gelingt es mir auch, sie eines Tages mit einer Geschichte jenseits meiner Welt zu überraschen.
Gerade heute morgen habe ich den Nachrichten aus Absurdistan entnommen (www.absurdistan.blogspot.com), wie qualvoll und entsprechend überbewertet Schlaf sein kann und welch entsprechendes Glück darin liegt, aus diesem von dem Postboten gerissen zu werden, der ausnahmsweise einmal gute Nachricht überbringt.
Die Abstraktion und plastische Beschreibung, der Gang in die unwirkliche und scheußliche Welt des nächtlichen Horrorszenarios lässt mich den Hut ziehen – und mich sprachlos zurück.
Aber auch nur mal einen Gedanken, seine Musikbegeisterung oder kleine Alltäglichkeiten teilt er auf vor allem humorvolle, begeisterte und begeisternde Art mit uns.
Abgesehen davon verfügt Ole aus Münster über einen außerordentlichen Musikgeschmack, wie ich seiner Rubrik „Aktuell auf dem Plattenteller“ entnehmen darf und auch in Hinblick auf herumliegende Bücher scheinen uns nicht Welten zu trennen.
Mit Herrn nff folge ich gern den Gedanken eines Fliegenden (www.splitduty.blogspot.com). Den Schweizer Piloten führt es rund um die Welt und so erlaubt er mir zumindest in Gedanken seinen Spuren zu folgen und für fünf Minuten mein Dorf zu verlassen. Das Gefühl zu teilen, durch New Yorks Strassen zu gehen und sich, ob seines verdächtigen Ziellosigkeit auf eine Shoppingtarnung einzulassen, in L.A. sich im Bett von einer auf die andere Seite zu drehen, in Japan endlich nicht in dem immer gleichen Lokal Sushi zu essen oder in seiner Heimat Schweiz mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu kämpfen.
Seine einnehmende Art zu erzählen, aber auch seine wunderbaren Abschweifungen in seitliche Gedankenkanäle Richtung Absurdistan (nicht Oles) lassen mich bei jedem neuen Eintrag lächeln.
Mek (www.mequito.org) ist ein Highlight der besonderen Art für mich. Manchmal nur einen Gedanken, gerade mal einen Satz lang, in den Blog gesetzt, schafft er es, das ich diesen nicht wieder loswerde und ihn noch Tage nach dem Lesen drehe und wende. Hin und wieder lässt er uns an kleinen Episoden seines Hamburger Alltag teilhaben, mehr jedoch an seiner durchaus spannenden Gedankenwelt oder an ausgedachten Geschichten, die an sprachlicher Schönheit und Tiefe ihres gleichen suchen. Unvergessen und von mir sicher noch gerahmt: "Ein verregneter Sommer"
Selten habe ich Schöneres gelesen und das bezieh ich auf alles, nicht nur auf die Welt der Blogs.
Sein Musikgeschmack ist nicht ganz der meine, aber die Leidenschaft zur Musik als solcher dürften wir teilen.
Frau Klugscheißer (www.myblog.de/klugscheisser) ist diejenige, die mir all diese netten Menschen über ihre Linklist vorgestellt hat und die ich, ehrlichgesagt weiß ich nicht mehr wie, für mich entdeckt habe. Sie hat mich spontan mit ihrem Humor und ihrer Fähigkeit zum Abwegigen verzaubert. Sie verfügt über Sprache, Witz, Tiefe und eine unglaubliche Fantasie oder habt ihr schon mal von einem Wutzel gehört, der gern zwischen den Zehen haust? Sie ja und sie weiß auch, ganz Sielmann, wie man diesen possierlichen Tierchen umgehen muss.
Auch an ihrer brutalen Bloßstellung eines Freundes im Baumarkt lässt sie einen teilhaben oder an einem Lachkrampf, den sie während einer Durchsage im Flugzeug (im wahren Leben Flugbegleiterin) nicht unterdrücken kann und der Idee was wohl wäre, wenn sie diesen in einer Notsituation bekommen würde.
Ihre Fähigkeit zur Selbstironie zeigt sie auf ihrer neuen Seite (sie musste umziehen, doch lohnt es sich auch ihren alten Blog zu besuchen) unverblümt, indem sie ihren Blog "Klug und Scheiß" (www.smartass.blogger.de) mit "Selbsthilfegruppe für Hirnwichser und Logorrhoebetroffene e.V." untertitelt.
Was mich selbst betrifft, so dachte ich bis vor kurzem noch, praktisch ins Nichts zu schreiben, doch nun wurde mir zugetragen, das es tatsächlich Menschen geben soll, die meine Ergüsse gern lesen und sich über neues freuen.
So denn verneige ich mich vor ihnen, danke ihnen für ihre Aufmerksamkeit, hoffe weiter gut unterhalten zu können und auch wenn ich bei all der Inspiration durch die anderen Blogger deutlich meine Grenzen spüre, werde ich nicht aufgeben, werde weiter ringen mit Sprache, Geist und Fantasie und mich bemühen, meine drei Dogmen des Schreibens zu beherzigen:
Du kannst alles sein.
Du kannst alles denken.
Du kannst alles tun.
Vielleicht gelingt es mir auch, sie eines Tages mit einer Geschichte jenseits meiner Welt zu überraschen.
Dienstag, Februar 28, 2006
Übersprungsdialog
Winter, Flaniermeile irgendwo in Deutschland. Ein junger Bettler sitzt auf der Straße und streckt die Hand aus. Da bleibt man doch schon mal stehen.
Sie: „Ist das nicht kalt?“
Er schaut sie an und sie sich ihrer Aussage bewusstwerdend, nestelt sie in ihrer Tasche nach ihrem Portmonee, um der Peinlichkeit Herr zu werden - und stellt fest, das sie kein Kleingeld hat. Sie nimmt einen Zehn-Euro-Schein heraus, gibt sie dem Jungen und sagt:
„Es tut mir leid, ich habe es nicht kleiner.“
Im Weggehen denkt sie nur: „Das habe ich jetzt eben nicht gesagt!“
Frei nach Georgette Dee
Sie: „Ist das nicht kalt?“
Er schaut sie an und sie sich ihrer Aussage bewusstwerdend, nestelt sie in ihrer Tasche nach ihrem Portmonee, um der Peinlichkeit Herr zu werden - und stellt fest, das sie kein Kleingeld hat. Sie nimmt einen Zehn-Euro-Schein heraus, gibt sie dem Jungen und sagt:
„Es tut mir leid, ich habe es nicht kleiner.“
Im Weggehen denkt sie nur: „Das habe ich jetzt eben nicht gesagt!“
Frei nach Georgette Dee
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